Integrationskindergarten

Alles rund um das Thema Heil- und Sonderpädagogik

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Integrationskindergarten

Beitragvon Alread » 08.05.2014 15:23

Hallo zusammen. In unserem Kindergarten sind körperlich und geistig behinderte Kinder in die Gruppen integriert, was ich persönlich richtig klasse finde, denn jeder lernt von jedem. Es gibt aber einige Eltern, die immer wieder Stress machen und einfach nicht einsichtig sind den benachteiligten Kindern gegenüber. Was können wir tun, um den Eltern das begreiflich zu machen, dass wir keine Unterschiede machen? Wie seht ihr das Ganze?
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Teddybär » 08.05.2014 17:40

Hallo,
ich arbeite zur zeit auch in diesem Bereich, möchte aber baldmöglichst wechseln -ich merke einfach, das es nicht meine Welt ist. Das Problem ist einfach,das ich mit diesen ganzen Problemen auf Dauer nicht umgehen kann und auch nicht mehr will. Ich möchte mich selbständig machen und hoffe das es bald klappt, dann möchte ich wieder mit Regelkindern arbeiten,
es grüßt Teddybär
um aufstehen zu können, muss man mindestens einmal hingefallen sein
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Karla2 » 17.08.2016 16:41

Naja, sie wussten ja vorher, dass ihre Kinder in einen solchen Kindergarten gehen. Eigentlich gibt es nur Vorteile, weil die Kinder dadurch vllt toleranter werden.
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Louisalein » 03.11.2016 18:03

Ich finde es ist wichitg, dass den Eltern die Möglichkeit gegben wird, ihre Vorurteile und Ängst loszuwerden, darüber zu sprechen und vielleicht selber mit den Kindern in Berührung zu kommen...
Denn meist verschwinden Ängste, wenn sie einmal nahe dran waren. Vielleicht können die Eltern die Stress machen, ja mal einen Tag mit in der Kita verbringen. Denn Kinder haben ja oftmals kein Problem damit, es sind immer nur unsere Gesellschaftlichenh Ängste, die soetwas hervorrufen.
Liebe Grüße
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon breuer » 23.08.2017 11:57

finde auch sehr wichtig in solchen Situationen den Eltern die Furcht vor den Kindern zu nehmen. Ich finde es schade, dass es Eltern mit solchen Vorurteilen gibt. Ich denke auch dass den Kindern dadurch ganz viel offenheit und toleranz beigebracht wird
breuer
 
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Gulliver » 23.02.2018 12:36

Teddybär hat geschrieben:Hallo,
ich arbeite zur zeit auch in diesem Bereich, möchte aber baldmöglichst wechseln -ich merke einfach, das es nicht meine Welt ist. Das Problem ist einfach,das ich mit diesen ganzen Problemen auf Dauer nicht umgehen kann und auch nicht mehr will. Ich möchte mich selbständig machen und hoffe das es bald klappt, dann möchte ich wieder mit Regelkindern arbeiten,
es grüßt Teddybär


Das hier niemand diese Aussage kritisch gesehen hat, kann ich gerade nicht begreifen. Klar, nicht jeder möchte vielleicht mit behinderten Menschen ( in welcher Form auch immer) arbeiten. Das verstehe ich, der Arbeitsalltag sieht auch tatsächlich ein wenig anders aus.... aber von Problemen und Regelkindern zu reden ist dann doch schon was anderes.

Ein Tipp von mir: Fragt die Eltern mal was genau ihre Bedenken sind. Der Erzieher sollte sich dann aber auch wirklich Zeit nehmen und die Sorgen anhören. Vielleicht läd man die Eltern auch mal zu einer Art Tag der offenen Tür ein, damit sie sich den Tagesablauf in einer "integrierten Gruppe " mal selbst anschauen können. Spätestens dann haben sich die sogenannten Problem doch erübrigt oder?
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Kinderheldin » 16.07.2018 10:27

Hallo,

ich muss sagen, dass ich die Welt nicht so toleranz-verblümt sehe. Auch schon die Kleinsten merken, dass es Unterschiede zwischen ihnen selbst und anderen Kindern gibt. Ein stark förderungsbedürftiges Kind wird doch nie das Erfolgserlebnis haben, mal der Erste/Schnellste/Beste zu sein, wenn es "normale" Kinder als Mitstreiter hat. Klar geht es nicht immer darum, aber sowas stärkt doch die Persönlichkeit. Die Kita ist auch kein Wettbewerb, aber ich kann gut verstehen, warum Eltern von einer Integrationskita Abstand nehmen.
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Kinderheldin » 16.07.2018 10:27

Hallo,

ich muss sagen, dass ich die Welt nicht so toleranz-verblümt sehe. Auch schon die Kleinsten merken, dass es Unterschiede zwischen ihnen selbst und anderen Kindern gibt. Ein stark förderungsbedürftiges Kind wird doch nie das Erfolgserlebnis haben, mal der Erste/Schnellste/Beste zu sein, wenn es "normale" Kinder als Mitstreiter hat. Klar geht es nicht immer darum, aber sowas stärkt doch die Persönlichkeit. Die Kita ist auch kein Wettbewerb, aber ich kann gut verstehen, warum Eltern von einer Integrationskita Abstand nehmen.
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Re: Integrationskindergarten

Beitragvon Fina » 15.07.2019 15:34

Hallo,

es kommt doch auch darauf an, wie sehr integrationsbedürftig die betreffenden Kinder sind. Meist sind es nicht die ganz schweren Fälle, die in anderen Einrichtungen doch besser aufgehoben wären. Die Eltern werden es sich gut überlegt haben (und Rücksprache mit Fachärzten und -leuten gehalten haben) und die Kindergärten werden ihre Aufnahme-Kriterien haben, denn der Pflegebedarf wird ein gewisses Maß nicht übersteigen dürfen bzw. ist das wohl von der pädagogischen Ausbildung/ Schulung des Personals abhängig. Ich habe Bekannte in der Familie, da ist das Kind leicht, aber auffällig sehbehindert, und in einem Integrationskindergarten untergekommen. Die Seheinschränkung ist etwa so stark wie bei jemanden, der aufgrund von Alterssichtigkeit auf Gleitsichtbrillen wie diese hier angewiesen ist, also sehr unscharf sehen sehen kann. Bestimmte motorische Fortschritte blieben wegen der eingeschränkten Sicht aus oder kamen erst spät. Die Diagnose war die Rettung für das Kind, sonst wäre es als in irgendeiner Form unterentwickelt eingestuft worden. In dem Integrationskindergarten fühlt sich das Kind pudelwohl, denn die anderen Kinder haben die Behinderung durch den Umgang schlichtweg vergessen. Manchmal macht es sich bemerkbar, dass das Kind zurückhängt, aber durch die Kiddies in der Gruppe fühlt es sich angespornt, Dinge auszuprobieren und dadurch aufzuholen. Das klappt wunderbar, zumal das Kind auch Brillenträger ist, die Sehbehinderung damit so gut wie korrigiert. Daneben gibt es noch zwei weitere Kinder mit Behinderung und das war es. Soweit ich informiert bin, sind in einer Kitagruppe nicht mehr als drei bis vier Integrationskinder vertreten. Kann jedoch sein, dass es Einrichtungen gibt, wo es mehr sind... Ich würde sagen, mehr als vier Kinder ist heikel bzw. von der Betreuung her zu aufwendig. Die Unterschiede merken in jedem Fall beide Seiten, aber das ist wahrscheinlich auch der Sinn solche Kindergärten. Man kann die Kinder nicht in der Blase leben lassen, dass es nur gesunde Menschen gibt und jeder mit den gleichen Voraussetzungen auf die Welt kam. Umgekehrt werden die Integrationskinder eben auch gleich zu spüren bekommen, wie es ist, zwischen den unbeschadeten Kindern zu leben. Als Erwachsene werden sie auch mit all den gesunden Menschen konfrontiert und vielleicht ist es besser, wenn sie sich früher als später in dieser Welt zurecht finden. Womit ich aber nicht unterstreichen möchte, absolut Pro Intergrationskindergarten zu sein. Ich kann mir lediglich vorstellen, wie die Kinder voneinander profitieren könnten, selbst wenn es nicht gleich offensichtlich sein wird. Ich glaube, auf Wettbewerb getrimmt, dürften die Kindergärten gar nicht sein. Das fände ich kontraproduktiv. Das Thema Selbständigkeit könnte allerdings im Fokus stehen. Darum geht es bei allen Kindern letztlich. Dazu kann man alle Kinder ohne Wettbewerb begleiten.

VG,
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