Schulbegleiter für Kind mit Down-Syndron - Erfahrungen?

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Schulbegleiter für Kind mit Down-Syndron - Erfahrungen?

Beitragvon Elke » 15.01.2009 10:49

Ich (Erzieherin) betreue seit über einem Jahr in meiner Kindergartengruppe ein Kind mit Down-Syndrom.

Jetzt wurde von Seiten der Eltern die Frage an mich gestellt, ob ich dieses Kind, dass im September 2009 in eine Regelgrundschule eingeschult wird, als Schulbegleiter betreuen möchte.

Wer hat Erfahrung mit dieser Thematik und kann mir ein paar Tipps geben (z.B. Restarbeitszeit im KiGa, Urlaub, Gehalt, wie wird das vom Träger bei dem ich fest angestellt bin gehandhabt "ausleihen" für die Dauer der Schulbegleitung ggf. Verrechnung mit den zuständigen Ämtern", etc.)

Danke bereits im Voraus!!
Elke
 
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Beitragvon Zuzu » 20.03.2009 19:46

hallo elke,
es ist so, dass diese leistung vom jugendamt finanziert wird. das jugendamt und die eltern werden für dieses kind eine einrichtung suchen, die sich genauer mit der schulbegleitung beschäftigt d.h. das geld fließt vom jugendamt zu dieser einrcihtung und danach erst zu dir..demnach könnte es sein, dass du je nach einrichtung unterschiedlich verdienst. diese einrichtungen sind allerdings nicht die sonst so bekannten träger wie AWO, EVANG-GESAMTVERBAND; ELTERNINITIATIVE ect. jetzt wäre es wichtig zu wissen, bei welchem träger du zur zeit beschäftigt bist und ob dieser träger diese arbeit auch anbietet z.B. DRK oder CARITAS machen beides..nehmen wir mal an, dein "träger" macht das nicht, dann müssten sich diese eltern an so einem träger wenden..das jugendamt empfiehlt dann ortsnahe einrichtungen. es könnte aber sein, das der entsprechende personalleiter dieser einrchtung das ganze intern ohne dich weiter organisiert..es gibt einrichtungen, die FSJ `ler (freiwilliges soziales jahr)als schulbegleiter einstellen..da diese "helfer" wenn überhaupt 150-180€/mon.bekommen hat der träger mehr für sich im topf..wenn du weißt was ich meine.
es gibt aber auch einrichtungen, die nur mitarbeiter mit einer abgeschlossenen ausbildung einstellen..recherchiere also vorher und gebe den eltern den entsprechenden hinweis..so dass die sich erst gar nicht an eine einichtung wenden, die zum größten teil praktikanten einstellen.. nur so als tipp FUK familein und krankenpflege hat mehr FSJ`ler und studenten auf 400€ basis..sooo das ist das eine!
das andere ist, in welchem stundenumfang das kind betreut werden soll. das hängt von der diagnose und der hilfe bedürfdigkeit ab. wird meißten dann bei einem HP-Gespräch mit dem jugendamt festgelegt..wenn du pech hast, bekommt das kind nicht viele zu betreuenden stunden, somit hast du also keine volle stelle bzw.hast weniger geld..aber auf eine volle stelle wirst du sowieso nicht kommen... nehmen wir mal an, dass kind wäre so unselbstständig und bräuchte eine vollzeit schulbegleitung (ist aber sehr ungewöhnlich bei down-syndrom) selbst dann hast du nur eine halbe stelle, weil du nach zeitstunden vergütet wirst..also anders als lehrer die haben 45min. =1 bezahlte stunde du hast 60 Min.=1 bezahlte stunde macht dann also in der regelgrundschule bei 4 schulstunden gerade mal 3 bezahlte stunden..dazu kommt, dass du nach einem jahreszeitkonto arbeitest, d.h. weil du ja in den schulferien urlaub hast, was dir aber gesetzlich gar nicht zusteht..12 wochen urlaub im jahr bei einer halben stelle. dafür musst du in der woche 2-3 zeitstunden mehr arbeiten, damit du 12 wochen im jahr bezahlten urlaub hast. in manchen einrichtungen gibt es ferienfreizeiten, dabei kann man dann noch mithelfen, wenn das stundenkonto nicht ausreicht oder aber klassenfahrten, ausflüge, elterngespräche, kooperationsgespräche, HP-gespräche damit lässt sich das konto gut auffüllen.
sooo das ist so grob das wichtige in bezug auf träger und kosten..
du solltest dir im klaren sein, dass du in der schule dich als die so genannte fach-frau für kinder mit downsyndrom zeigen musst..die lehrer sind nicht verpflichtet zu wissen, was genau die stärken und schwächen von solchen kindern sind..aber du als integrationskraft informierst sie..das kann auch schonmal böse enden, wenn man selbst unsicher oder sogar deshalb überheblich wirkt..manche studierte menschen tuhen sich schwer damit, sich einzugestehen, etwas nicht zu wissen..dazu gehört also viel feingefühl...naja und du hast geschrieben sie kommt in eine regelschule, wurde sie getestet?? in einer regelschule wird man sie auch mit ihrer behinderung zielgleich unterrichten..in einer förderschule läuft das ganze individuller ab..damit tuhen sich aber die eltern oft schwer, weil sie damit konfrontiert werden das, dass kind "behindert" und "nicht-normal" ist..bei downsyndrom würde ich jetzt eine geistigbehinderten schule empfehlen(Förderschule für geistige entwicklung)
steht denn bereits sicher fest, dass sie auf eine regelgrundschule kommt und hat sie bereits einen platz von der schule bestätigt bekommen?? die meißten regelenschulen sind unsicher mit der zusammenarbeit einer integrationskraft und lehnen anmeldungen ab..es könnte sein, dass die eltern deshalb dich noch einmal angesprochen haben, weil sie ratlos sond und nicht weiter wissen..sollte dies der fall sein, dann sag ihnen, dass die sich an das jugendamt wenden sollen und erstmal einen antrag auf integrationshilfe beantragen sollen..wenn du dann weißt, in welchen std umfang das ist, kannst du dich über die einzelnen schulbegleiter träger informieren, denk daran wenn 13 std geehmigt werden, hast du 10 bezahlte wegen dem jahreszeitkonto..dann kannst du bei den trägern nach dem stundensatz fragen 6-15 € kann es da schon unterschiede geben...dann rechnest du dir das aus..ob sich das dann noch für dich lohnt ist eine andere sache..
ich hoffe, dass hat dir weiter geholfen
Zuzu
 
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