[TVöD] Entgeltverhandlungen f. Soz.- und Erziehungsdienst

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[TVöD] Entgeltverhandlungen f. Soz.- und Erziehungsdienst

Beitragvon Muchai » 01.04.2009 10:17

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Hallo,

derzeit werden die Entgeltgruppen für den Sozial- und Erziehungsdienst verhandelt.
Das betrifft alle Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, Sozialassistentinnen, Heilerziehungspflegerinnen, Sozialarbeiterinnen /-pädagoginnen, Heilpädagoginnen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Pädagoginnen und psychologische Psychotherapeutinnen.
Zwei Verhndlungsrunden wurden ohne Ergebnis absolviert, die dritte und vorläufig letzte Runde ist für den 21.04. angesetzt.

Bis jetzt gibt es im TVöD keine eigene Verordnung über die Eingruppierungen der einzelnen Berufssparten. Man bezieht sich immer noch auf den BAT gruppiert dementsprechend ein.

Verdi, GEW und Deutscher Beamtenbund haben u.a. folgende Forderungen gestellt:
  • Entgeltgruppe 7
    Kinderpflegerinnen, Sozialassistentinnen, HEP-Helferinnen mit entsprechender Tätigkeit in KIndertageseinrichtungen
    (derzeit EG 4 oder 5)

  • Entgeltgruppe 9
    Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen mit entsprechender Tätigkeit in Kindertageseinrichtungen
    (derzeit EG 6)

  • Entgeltgruppe 10
    Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen mit entsprechender Tätigkeit in Einrichtungen der Heimerziehung, sonstigen betreuten Wohnformen oder in der Jugendarbeit gem. § 11 SGB VIII/KJHG, im Bereich des Förder- und Sonderschulwesens, einschließlich Internate
    (derzeit EG 8)

    Beschäftigte als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung mit entsprechender Tätigkeit z.B. in Werk- und Förderstätten für Menschen mit Behinderung
    (derzeit EG 8)

    Leiterinnen von Tageseinrichtungen
    (derzeit EG 8/9)

  • Entgeltgruppe 11
    Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogionnen, Heilpädagoginnen mit entsprechender Tätigkeit in Einrichtungen der Heimerziehung, sonstigen betreuten Wohnformen oder in der Jugendarbeit gem. § 11 SGB VIII/KJHG, an Schulen mit vergleichbaren Anforderungen
    (derzeit EG 9)

    Leiterinnen von Tageseinrichtungen für KInder
    bei mind. 6 Beschäftigten oder mind. 72 Kindern oder mind. 3 Gruppen

  • Entgeltgruppe 12
    Leiterinnen von Tageseinrichtungen für KInder
    bei mind. 10 Beschäftigten oder mind. 120 Kindern oder mind. 5 Gruppen

  • Entgeltgruppe 13
    Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen, Heilpädagoginnen mit Leitungsaufgaben gegenüber mehr als 8 Beschäftigten


Da diese Verhandlungen keine Tarifverhandlungen sind (die stehen nächstes Jahr wieder an...) sind, sondern lediglich den noch unvollständigen TVöD ergänzen sollen, besteht Friedenspflicht. Das heißt diese Forderungen nach der 3. Verhandlungsrunde nicht erstreikbar.
Aaaber...
Um den Forderungen Nachdruck verleihen zu können, hat die Arbeitnehmerseite auch Verhandlungen zur Gesundheitsfürsorge angesetzt. Dazu lässt sich der TVöD nicht aus; sie wurden bei der Formulierung nicht erwähnt. Diese Forderungen können mit einem Arbeitskampf mssiver formuliert werden.

Das bedeutet, daß bei einem Scheitern der Verhandlungen am 21.04. die Gewerkschaften zur Urabstimmung über einen Arbeitskampf aufrufen können. Von Arbeitgeberseit gibt es noch kein Angebot. Deshalb ist es wahrscheinlich, daß es in drei Wochen zu keiner Einigung kommt.

Tragt diese Informationen in Eure Einrichtungen! Denn es geht um eine Eingruppierungen, die für lange Zeit Bestand haben werden!

Bild Chancen fördern - Anerkennung fordern (Kampagnenseite von ver.di)
Bild Entgeltforderungsübersicht der GEW (PDF-Datei)
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Beitragvon Muchai » 29.07.2009 12:35

Wie Ihr mitbekommen habt. wurden die langen Verhandlungen zu Ende gebracht.

So sieht es in etwa aus:

Gesundheitsschutz verbessert

In der besonders umkämpften Frage des betrieblichen Gesundheitsschutzes ist es erstmals gelungen, im öffentlichen Dienst Arbeitnehmerrechte tarifvertraglich zu sichern. Im Tarifvertrag heißt es wörtlich: „Die Beschäftigten haben einen individuellen Anspruch auf die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung.“ Bei jedem Arbeitgeber wird eine „betriebliche Kommission“ eingerichtet, „deren Mitglieder je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Personal- bzw. Betriebsrat benannt werden.“ Diese Kommission kann zeitlich befristete „Gesundheitszirkel zur Gesundheitsförderung einrichten, deren Aufgabe es ist, Belastungen am Arbeitsplatz und deren Ursachen zu analysieren und Lösungsansätze zur Verbesserung der Arbeitssituation zu erarbeiten.“ Mit diesen drei Normierungen: „individueller Anspruch“, „betriebliche Kommission“ und „Gesundheitszirkel“ wird der Gesundheitsschutz in den Einrichtungen deutlich an Bedeutung gewinnen. Die Durchsetzung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wird einfacher.


Daß das Ziel, die Scharte des TVöD auszuwetzen, nicht erreicht wurde, kann man hier nachlesen:
Für Sozialarbeiter/innen in der sog. „normalen“ Tätigkeit ist es gelungen, den Verlust im Übergang vom BAT zum TVöD zu minimieren.


In Zahlen schaut das etwa so aus.

Quelle: GEW: Das Tarifergebnis im Detail

Die Änderungen treten, sofern die Gewerkschaftsmitglieder bis 15. August dem zustimmen, am 1. November in Kraft.
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