Keine Konfession - Keinen Job ?

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Keine Konfession - Keinen Job ?

Beitragvon Peter T. » 11.04.2009 09:20

.....Ist es immer noch so, wenn es um Einrichtungen in katholischer oder
evangelischer Trägerschaft geht? Also Berufsverbot! Wenn ja, leben wir im
Mittelalter.....Dann suche Dir doch die staatlichen, bzw. städtischen Einrichtungen aus, würde jetzt jemand antworten. Das hieße dann: Ein prozentuales Berufsverbot. Toll! - Und in Bayern, wo ganze Landstriche von
katholischen Kindertagesstätten "durchseucht" sind? Bayernverbot!
Jemand meinte, ich solle doch dann der entsprechenden Kirche beitreten.
Will man einen ehrlichen Erzieher oder einen erlogenen Katholiken?

Gruß
Peter T.
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Beitragvon schlingeline » 11.04.2009 15:42

Hi Peter T.

Peter T. hat geschrieben:

Jemand meinte, ich solle doch dann der entsprechenden Kirche beitreten

Ist leider voraussetzung denn du arbeitest im Dienst der Kirche, egal ob katholisch oder evengelisch.


Will man einen ehrlichen Erzieher oder einen erlogenen Katholiken?

Ist nicht nur bei Erziehern so auch für Hausmeister und Bürokräfte ist es pflicht in der Kirche zu sein. Es geht nicht um erlogen,denn sie sollen doch nur die echten Kirchengänger haben.

Ein angehender Hausmeister hat sich jetzt taufen lassen um dann hauptberuflich einsteigen zu können. Denn auf 400 € basis hätte er arbeiten können. aber das Einkommen reuicht ihm nicht aus.

gruß schlingeline
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Beitragvon Peter T. » 12.04.2009 00:27

....."Wenn jedoch die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauung keine wesentliche Voraussetzung für die Tätigkeit ist, kann der Rechtfertigungsgrund aus § 9 AGG nicht eingreifen. Es ist beispielsweise nicht gerechtfertigt, die Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauung von dem Reinigungspersonal eines Krankenhauses zu verlangen. "

Ende des Zitates.
Ergo hätte der Hausmeister die zwangskatholisierung nicht gebraucht.
Was ist nun mit dem Erzieher in einer OT, wo 80 % der Besucher moslemischen Glaubens sind?
Ironie des Schicksals: Man hielt mich dort für einen kath. Hardliner, weil ich bei bösen Sprüchen der türkischen Jugendlichen (Ich f.. deine Mutter) stets auf das Kruzifix deutete und um Respekt bat. ....Was auch half.
Mal sehen, was jetzt passiert. Alle! Besucher und Mitarbeiter wollen, daß ich bleibe. (Festanstellung) Vor dem Inquisitionsgericht (Kirchenvorstand) werde ich nicht zu Kreuze kriechen und das Glaubensbekenntnis sprechen (Mutter Maria und gleichzeitig Jungfrau) Dazu hatte ich zu lange Biologieunterricht.
Erwähnen werde ich freundlicherweise nicht, dass schließlich die kath. Kirche jahrhundertelang für Massenmord und Genozid verantwortlich war-
Wenn das Jesus wüsste, der würde sich im Grabe umdrehen, wenn
er nicht auferstanden wäre. (Noch so ein Ding)
Oder gibt es jemanden hier, der das ernsthaft glaubt?

Gruß
Peter T. ...der nicht annimmt, dass Jesus heute Mitglied seiner Kirche
wäre.
Peter T.
 
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Beitragvon Fleur » 14.04.2009 20:55

Da kannst Du Dich aufregen wie Du willst.
In einem kirchlichen Kindergarten verpflichtest Du Dich, den Kindern den Glauben nahe zu bringen und vorzuleben.
Und dazu gehört für einige Kirchen nun mal auch der Beitritt zur eigenen Konfession, weil sie meinen, dann würde der Glaube gut gelebt.
Streiten kann man sich über alles, aber ich könnte zum Beispiel als Neuapostolische nicht den Kindern den Katholischen Glaube beibringen, weil ich nichts darüber weiß.
Und als Atheist kannst Du ja wohl auch schlecht das selbe tun oder?
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Beitragvon Peter T. » 14.04.2009 22:20

Hallo Fleur,
haben wir nicht eine Trennung von Kirche u. Staat in der Verfassung?
Komisch, dass es noch keinem aufgefallen ist. Wenn man dazu noch erfährt, wie gering der finanzielle Eigenanteil der jeweiligen kirchlichen Trägerschaft ist, wird es skandalös.(Einstelliger Prozentbereich)
Wie wäre es denn, wenn man als Katholik nicht in einem staatlichem Laden arbeiten dürfte. Schliesslich will man ja nicht, dass das Klientel religösem Einfluss ausgesetzt wird. Noch nie hat jemand diesen Schwachsinn formuliert. In ein paar Jahren werden unsere Migrationsmitbürger auch am Subsidiaritätsprinzip teilhaben wollen. Sprich, Gründung von staatlich finanzierten moslemischen Kindertagesstätten. Und da dürfen dann wir Schweinefresser nicht rein. Isch schwör! ....Das gibt nen Aufstand!...Spätestens bei einer 50:50 Quote Anno 2020.
Gruß
Peter T.
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Beitragvon eon_tobias » 15.04.2009 15:03

hallo peter t!

auch wenn du im moment sehr getroffen zu sein scheinst, wünsche ich mir dass auch du dich an die forenregeln hälst und niemanden hier beleidigst, auch nicht zwischen den zeilen...

außerdem steht es auch dir frei eine kindertageseinrichtung in freier trägerschaft zu gründen.

ich (m, 27, bayern) habe mich übrigends seit meinem berufspraktikum bei etwa 80 kindertageseinrichtungen beworben, soweit ich weiss, war keine davon katholisch oder evangelisch. und das nicht weil ich nicht getauft wäre (bin katholik und glaube auch den ein oder anderen blödsinn, auch wenn ich die bibel und das wort der kirche nicht auf die goldwage lege) sondern weil ich mir für meine arbeit einfach eine andere ausrichtung gewünscht habe.

was mich aber viel mehr interessieren würde, was hat dich denn so deprimiert, dass du als fachkraft deine eigene stellung nicht mehr reflektieren kannst? sonst hättest du wohl kaum öffentlich solch eine frusttirade losgelassen...

lg
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Beitragvon Peter T. » 15.04.2009 18:12

Tobias!

........" außerdem steht es auch dir frei eine kindertageseinrichtung in freier trägerschaft zu gründen."
Das errinnert mich sehr an:" Wem es hier nicht passt, soll doch rüber gehen."
Bitte nenne mir eine beleidigende Stelle. Mit "wir Schweinefresser" waren
alle Deutschstämmigen gemeint, egal welcher Religion. Dies ist ein Zitat.
So werden wir, auch ich, von unseren jugendlichen Migraten aus nichtchristlichen Ländern genannt. Wie gesagt, ich arbeite in einer OT in
einem Problemviertel. Nicht in einer Kindertagesstätte bei Bildungsbürgern.
Wie unsere weiblichen Praktikanten tituliert werden werde ich hier höflichst verschweigen. Nur dazu.- Meine Aufgabe sehe ich, diesen Delinquenten zu helfen zumindest die konvenionelle Stufe der Moralentwicklung erklimmen zu können. Es gibt dort fast niemanden, der noch nicht von der Polizei behandelt wurde. Meine Arbeit ist somit frei von jeglicher religiöser Ausrichtung. Bei Krankenschwestern und Pflegern sehe ich das genauso. Oder gibt es kath. Blinddärme?
Es geht also um Machterhalt und Erweiterung einer Institution mit Mitgliedern, die noch nicht einmal ihre Einwilligung zum Beitritt geben konnten. (Taufe als Säugling) Gerne würde ich erfahren, wie die Mitgliedszahlen der Kirchen ohne diesen "Trick" aussähen.
Gruß
Peter T.
PS.
Bitte noch einen lästerlichen Gedanken, dann ist Schluss.
Ich stelle mir gerade vor, wie ein behütetes Kind, mit Stoffhasen
unterm Arm zum ersten mal in eine Kindertagesstätte kommt und ein Kreuz samt Corpus sieht. ...Also die plastische Darstellung einer gefolterten, halbnackten,blutenden männlichen Leiche. - Ein Willkommensgruß sieht anders aus.
Peter T.
 
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Beitragvon claudia » 16.04.2009 08:57

moin
die katholen und evangelen sehen es zwar gerne, wenn man die konfession ihrer einrichtung hat, sie sind aber i.d.r. nicht so weltfremd, dass sie niemandem der konfessionslos ist keine chance geben.
zu verstehen ist, dass sie sich von ihrem arbeitnehmer wünschen, das er sich mit kritik zurückhält. wünscht sich wohl jeder arbeitgeber.
wenn du deine arbeit gut machst und du von den kollegen gerne übernommen werden würdest, lassen sich bestimmt gute argumente finden dich einzustellen, wenn du auch nicht gläubig bist. liegt daran, wie du dich dann "verkaufst". wenn du täglich gegen die kirche wetterst, werden sie dich natürlich nicht gerne beschäftigen wollen. wäre bei einem anderen arbeitgeber nicht anders. auch da gibt es wünschenswertes verhalten von seiten der arbeitgeber.... - schlußendlich könntest du ja auch noch klagen, berücksichtigt zu werden. ist alles schon mal vorgekommen. ob das aber die besten voraussetzungen sind, weiß ich nicht.
nicht rumzoffen, bewerben, argumente liefern, überzeugen. dann klappts auch mit der kirche.
lieben gruß claudia

_______________________________________
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dr. phil. manfred hinrich

der eine hat eine falsche rechtschreibung und der andere eine rechte falschschreibung.
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Beitragvon Struwelpeter » 01.07.2010 09:45

Hi Peter,

also bei uns in BW oder in unserer Stadt ist das nicht so ernst. Ich bin Leitung im kath. Kiga und muß als Leitung auch kath. sein. Aber ich habe Kolleginnen, eine davon ist nicht in der Kirche, die andere evang. Ich denke, es kommt auf die Gemeinde an, auf die Kirchenbeamten oder wie auch immer. Auf jeden Fall muß nur ich, als Repräsentantin des Kigas und des Trägers Kath. sein.
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Beitragvon eon_tobias » 02.07.2010 21:15

hi!

es gibt sehr wohl noch gemeinden hier in bayern, in denen man schon katholisch sein sollte.

allein bei der momentanen lage she ich nicht, warum man sich darum aber groß einen kopf machen sollte. ist eben einer der eckpfeiler bei einzelnen einrichtungen. entweder man lebt damit oder man sucht sich etwas anderes. jemand der mit dem wetter nciht zurecht kommt sollte z.b. auch nicht im waldkindergarten arbeiten. wenn ich trägern bei bewerbungen unter die arme greife achte ich da natürlich penibel darauf wenn ich jemanden einstelle, wenn sich derjenige in seiner zukünftigen nämlich nicht wohl fühlt, kann er kaum authentisch in meinem sinne mit den kindern arbeiten...

mein tipp, auch wenn er hart klingt: arangier dich damit oder such dir was anderes, alles andere führt auf dauer zielich sicher zu stress und frisst energien die du nach deiner beschreibung für die tägliche arbeit bräuchtest...

lg
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