Integration

Alles rund um das Thema Heil- und Sonderpädagogik

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Beitragvon Marie » 25.11.2004 18:58

Hallo,

ich bin seit September Integrationskraft in einer Kindertagesstätte und zuständig für zwei Kinder die von Behinderung bedroht (wie man so schön sagt) sind - d.h. Sprachentwicklungsverzögerung, motorische Problematik, soziale Ängste.
Hat jemand zu diesen Themen Literatur- und/oder Praxistipps?
Und könnte mir jemand von eigenen Erfahrungen als Integrationskraft (also, "nur" ausgebildete Erzieherin, aber als Integrationskraft eingestellt...) berichten?
Ich frage mich nämlich wie das anderen so geht/ging ohne Zusatzausbildung...
Danke schonmal,
Marie
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Beitragvon Kimi » 10.05.2006 01:42

Hallo Marie auch wieder nur als Mutter. Unsere Tochter ist auch Integrativkind und ihre Erzieherinnen hatten auch keine Zusatzausbildung. Aber sind einsame Klasse!!!!!!!!

Sie haben sich einfach auf sie eingelassen und einen Kurs für die entsprechende Behinderung besucht. Ich denke mittlerweile durch die negativen Erfahrungen anderer Eltern egal welche Zusatzausbildung oder Kurse jemand besucht nützt dies rein gar nichts wenn man das ganze nicht umsetzen kann.

Ausserdem wurden sie mit Tipps durch die Frühförderin unterstützt.

Wenn bei deinen Kigakids ein Sprachdefinzit besteht müssten sie Frühförderung bekommen. Falls nicht mach die Eltern drauf aufmerksam und in der nächsten Schwerhörigenschule 8muss nicht zwingend heissen, dass das Kind auch schwerhörig ist. Muss einfach nur ein Sprachdefinzit bestehen) werden hoffentlich Kurse angeboten, was dir wiederum auch durch die entsprechende Frühförderin mitgeteilt werden müsste.

Kinder die Sprachdefinzite haben brauchen oft einen geregelten Tagesablauf der aber zumindest bei uns im Kiga sowieso besteht. Aus dem einfachen Grunde dass sie sich orientieren können. Auch können sie teilweise ziemlich heftig reagieren wenn sie etwas überfordert und sie sich nicht ausdrücken können. Da bei hilft es oft (also echt halt wie gesagt hausgebrauch) ihnen visuell zeigen das möchte ich nun von dir oder dies werden wir nun machen. Und wenn alles nicht hilft einfach mal in den Arm nehmen bis sie wieder runter sind. Das ist nun leider nur ne ganz persönliche Erfahrung hilft bei uns keine Ahnung wie dies generell aussieht.

Wünsch dir viel Glück und weiss persönlich welche Bereicherung du durch diese Erfahrung machen wirst.
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Beitragvon Marie » 11.05.2006 14:09

Hallo Kimi,
vielen Dank für Deine beiden Antworten, konnte mittlerweile auch einiges in Erfahrung bringen und meine eigenen Erfahrungen damit sammeln.
Vielen Dank für Deine Hilfe :D
Marie
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Heilerzieherin

Beitragvon FortunasTochter » 25.09.2006 20:06

Hallo! Ich bin gelernte " Heilerzieherin" und seit April 2006 in einer integrativen Kindertagesstätte tätig. Viele Tipps kann ich dir leider auch noch nicht geben, da ich vorher ausschließlich mit behinderten Jugendlichen gearbeitet habe. Mir fehlt wirklich noch die Berufserfahrung in diesem Bereich. Mehrere Bücher habe ich mir schon angeschafft. Ganz gut fand ich "Frühförderung konkret" von Walter Straßmeier. Müßt ihr auch umfangreie Förderpläne schreiben? Mein Problem ist in erster Linie, dass ich von der Leitung so ziemlich alleine gelassen werde. Ich würde es besser finden meine Chefin würde mal was sagen ( auch wenn es negativ wäre ), aber ich fühle mich völlig allein gelassen. Außerdem sind wir ja eigentlich zu zweit in der ( integrativen ) Gruppe. Aber leider ist es sehr häufig so, dass wir alleine arbeiten müssen. Die I-Kinder kommen dann häufig viel zu kurz. Ich bin unzufrieden mit dieser Situation, befinde mich aber momentan noch in der Probezeit und traue mich deshalb nicht allzu viel zu sagen. Welche Erfahrungen hast du so gemacht? Ich würde mich über eine Antwort sehr sehr freuen. Gruß NINA
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Beitragvon Marie » 26.09.2006 00:03

Hallo Nina,
also...da Integration für mich ein so umfassender Begriff geworden ist, fällt es mir schwer konkret zu antworten, aber ich werde es versuchen...
Vorausschicken würde ich gerne dass ich mittlerweile die Stelle gekündigt habe, da ich nie richtig zufrieden mit meiner Position und der Situation der Kinder war.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt dass Intergation so wie ich sie leben wollte (alle ErzieherInnen sind für das Kind "zuständig" weil vielfalt der Persönlichkeiten eine große lernchance birgt , es hat keine, bzw nicht noch eine weitere Sonderposition durch gesonderte Fördereinheiten in der KiTa o.ä.) eigentlich eher Inklusion ist. Integration, so wie sie von vielen KiTas gelebt wird hat immer auch etwas von einem defizitären Ansatz den ich nicht unterstützen kann.
Und das Einsetzen für eine diesbezügliche Veränderung kostet sehr viel Kraft und Stärke.
Dass die Leitung Dich allein lässt in einer solchen Stelle, noch dazu in der Einarbeitungszeit ist schlichtweg nicht in Ordnung.
Es ist Teil ihres Jobs Dich zu begleiten und Dir ein Feedback zu geben, besonders am Anfang.
Ich bin der Meinung (ist vielleicht illusorisch, aber ich bin damit immer gut gefahren) dass es gut ist das auch deutlich zu signalisieren und um ein Feedbackgespräch zu bitten - übrigens ein wichtiger Aspekt des Qualitätsmanagements von Kitas!! (das stattfinden solcher Gespr.)
Oft wissen Kollegen und Leitung nicht in welcher Situation man sich als Integrationskraft befindet und sind unbeabsichtigt "ignorant" gegenüber dieser Schwierigkeiten.
Ich finde Du kannst Dich ruhig trauen und darum bitten ein Feedback zu bekommen, das zeigt Stärke sich selbst reflektieren zu wollen und von anderen reflektiert zu werden.

Was mir sehr hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Eltern und auch in der Begründung meiner Arbeitsweise geholfen hat war das QUINT - Handbuch(QualitätssicherungIntegrationsplatz oder so was in dem Tenor), leider hab ich beim googeln keinen brauchbaren link gefunden aber ich werd nochmal nachschauen und es dann posten.

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen ... falls Du noch Fragen hast die ich nicht beantwortet habe, dann frag mir ruhig Löcher in den Bauch :D
Es würde mich sehr interessieren wie es Dir weiterhin so geht mit der Stelle...vielleicht hast Du ja Lust nochmal zu berichten. Ansonsten wünsche ich Dir viel Glück, Mut und viiiieeeeeel Durchhaltevermögen:)

Ach ja...ist vielleicht ein bißchen übertrieben aber ich will es trotzdem sagen: Während der Ausbildung habe ich mal völlig unbedacht den Begriff I-Kinder benutzt und meine damalige Lehrerin hat mich nachhaltig "geimpft" dies nicht mehr zu tun...hör mal wie das klingt "I-Kind" iiihhhhh...
Ich habe es seither nie mehr getan.
LG Marie
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links

Beitragvon Marie » 26.09.2006 00:12

hier erstmal zwei links zu quint (konnte sonst nix finden)

http://www.ikj-mainz.de/cms/front_content.php?idcat=16 (ziemlich weit unten)

http://www.sozialministerium.hessen.de/ ... 4cb701712e

und hier noch einen zu inklusion
http://de.wikipedia.org/wiki/Inklusion_(P%C3%A4dagogik)
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Beitragvon FortunasTochter » 15.10.2006 13:38

Hallo Marie,
ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut. Ich knüpfe mal gleich an dem Punkt an, über welchen du am Ende geschrieben hast. Ich sträube mich überhaupt dagegen die sogenannten -Integrationskinder- als -I-Kinder- oder -Behinderte- oder wie auch immer zu nennen. Wir haben nächste Woche unseren ( für mich ist es der erste ) Elternabend. Wir ( meine Kollegin und ich ) haben lange darüber gesprochen, wie wir die - Integrationskinder- nennen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir - Kinder mit erhöhtem Förderbedarf- sagen. Ich finde alles andere nicht so schön ( Integrationskinder kann ich auch noch akzeptieren ). Aber gerade - Behinderte Kinder- katigorisiert so furchtbar. Ich meine wer von uns bzw. von den Kindern hat nicht seine Defizite und Stärken und wo fängt denn Behinderung an und wo hört sie auf. Außerdem finde ich gerade Integrationsarbeit soll integrieren und alle so annehmen wie sie sind. Wir sind auch noch zu anderen Ergebnissen gekommen, aber das führt hier zu weit. Wenn du Interesse hast, können wir ja mal an anderer Stelle weiter schreiben.
Noch mal zu dem Thema mit der Leitung und dass ich mich so alleine gelassen fühle. Ich habe immer und immer wieder den Kontakt zur Leitung gesucht. Irgendwann merkte ich bzw. ich hatte das Gefühl ich nerve, und für mich wirklich wichtige Themen wurden bis heute nicht eindeutig geklärt. Ich bekam keine Antwort. Daran hat sich nichts geändert. Es gab böse Auseinandersetzungen. Ich hatte mich nicht nur an die Leitung sondern auch an den Träger gewendet. Aber irgendwann resigniert man. Gerade wegen diesem Punkt macht mir meine Arbeit oft keinen Spass. Das ist so schade. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich beruflich vielleicht auch anderweitig umsehen. Aber gerade für mich persönlich sind einfach auch viele Vorteile mit diesem Job verbunden. So bin ich z.B. junge Mutter, mein Kind geht in die Einrichtung, in der ich auch arbeite und ich wohne ganz in der Nähe ( ländliche Gegend ). Mein Mann arbeitet in Schichten und ich weiß nicht ob ich das alles so organisieren könnte, wenn ich woanders arbeiten würde.
Also wenn du Interesse hast- ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, vielleicht können wir auch mal die E-Mail adressen tauschen.
Wo arbeitest du denn jetzt überhaupt? Warum hast du genau gewechselt?
Liebe Grüße und bis bald! NINA
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